Montag, 25. Oktober 2010

Kopfkino: "Exit through the gift shop"

Der Dokumenationsfilm „Exit through the gift shop“ erklärt wie ein französischer Hobby-Filmer, in die Welt des Street-Arts kommt und später selber anfängt zu zeichnen.
Rein von der Dokumentationsebene ist der Film sehr gut, er zeigt mehrere Street-Artler auf der Welt, angefangen von „Space Invader“ (Frankreich) bis hin zu „Banksy“ (London), doch ist der Film eine Dreistigkeit und zerstört alles wofür Graffiti und dessen Künstler stehen.
Inhalt.

Alles fängt mit Thierry an, der oben genannte Franzose, dieser filmt alles und jeden, bei allem. Durch seinen Cousin „Space Invader“, fängt er an ihn bei seinen Arbeiten zu Filmen und kommt in die Welt des Street Arts, durch Zufälle und Vitamin B lernt er eines Tages „Banksy“ kennen. Ein Genie seiner Kunst. Sie werden Freunde (was bei Bankys enorm schwer ist, da „Banksy“ wohl psychische Probleme hat, sich Leuten zu binden und ihnen zu vertrauen).

Nach einer Ausstellung von „Banksy“ spielen die Medien verrückt, es kommt so vor, als würde Graffiti keine Aussage haben und an „Kunstliebhaber“ für teuer Geld verkauft werden, doch möchte „Banksy“ einen Film in die Kinos bringen was zeigt, dass Graffiti nicht gemacht wird um Geld zu verdienen oder Ruhm zu kassieren, sondern weil es eine Lebenseinstellung ist. Er beauftragt Thierry mit seinem Material diesen Film zu verwirklichen. Dieser Film wird ein absoluter Scheiß „Banksy“ rät Thierry selber doch Streetart zu machen und das Projekt Film ihn zu überlassen.
Gemacht getan.

Doch nun passiert wohl das was jedem Graffiti Künstler, Fan und Kritiker zur Weißglut bringen würde.
Thierry wird zu „Mister Brainwash“ (MBW) er fängt an erst Sticker von sich selber aufzukleben und später dieses Motiv als riesen Plakate überall aufzukleben. Er engagiert sich mehrere Mitarbeiter diese sind 24 std. für ihn da und arbeiten mit ihm zusammen an seinen Bildern. Eines Tages möchte MBW seine eigene Ausstellung haben und er arbeitet nun Tag und Nacht an dieser Ausstellung, durch mehrere Tricks wird die Ausstellung zu einem riesen Event und bringt „Mister Brainwash“ in die Hall of Fame der Street-Art-Kunst.

Persönliche Kritik:
Der Film ist einer der wohl schlechtesten Graffiti Dokumentationen die es gibt. In den ersten 30-40 Minuten wird viel über die Welt des Street-Arts erzählt. Der Zuschauer bekommt Lust eine Dose in die Hand zu nehmen und selber Graffitis zu malen, bis dahin hat mir der Film auch enorm gefallen, ich mochte die Aussage, dass Graffiti nicht nur Kunst, sondern auch Kritik sein kann.

„Banksy“ wird oft in den Medien zitiert „Ich wollte einen Film machen, der für Street Art das bewirkt, was „Karate Kid“ für den Kampfsport bewirkt hat - ein Film, der jedes Schulkind dazu bewegen würde eine Spraydose in die Hand zu nehmen und loszulegen“ dieses Gefühl hatte ich auch, ABER das Zitat geht weiter, dieses wird in den Medien NICHT zitiert „Aber wie sich herausstellte, haben wir einen Film gemacht, der für Street Art so viel getan hat, wie der „Der weiße Hai“ für den Wassersport.“ Und genau das stimmt!

Ab dem Moment, wo Thierry selber anfängt „Kunst“ zu machen, zerstört der Film die ersten Minuten und dessen Aussage. Thierry würde bei normalen Straßen Künstlern als Toy durchgehen, denn er kopiert Andy warhol, „Banksy“ und Shepard Fairey und behauptet es wäre seine eigene Kunst, davon abgesehen macht er eigentlich keine eigenen Bilder, sondern hat Beauftragte, die seine Ideen bei Photoshop realisieren.

Mit seinen dreisten Tricks und Betrügereien schaft es Thierry eine Ikone in L.A zu werden, zu seiner Ausstellung kommen mehrere Tausend Menschen und er verdient am ersten Tag 1 Millionen Doller nur durch den Verkauf seiner Eintrittskarten. Thierry macht Kunst fürs Geld.

Ein Mainstream Hurensohn, wie ihn die Welt nicht gesehen hat. Der Film verliert ab dort an Aussagekraft. Wie kann es sein, dass ein Film mit „Banksy“ eigentlich zeigt, dass Graffiti Müll sei? Wie kann es sein, dass ein Film der die Graffit-Ära verändern sollte, eigentlich zeigt, dass Leute Kunst machen um damit Geld zu verdienen? Gerda Banksy’s Bilder haben Aussage, gerade seine Bilder versuchen doch zu zeigen, dass das Medium Graffiti dafür gebraucht wird um Kritik auszuüben und nicht damit Geld zu verdienen.

Ich rege mich auf, weil Graffiti nicht nur „VANDALISMUS“ ist, sondern ein Medium für Menschen die Auf-die-Fresse geben wollen und Thierry ist ein Penner, der genau diese Bewegung tötet. Ein Mensch der Auf-die-Fresse benutzt um „möchte gern“ Kunstinteressierte ihr Geld aus der Tasche zu ziehen.
ES GEHT BEI GRAFFITI NICHT UMS GELD, sondern da drum Leute zu wecken und ihnen durch die Kunst die Augen zu öffnen.

Gott sei dank ist dieser Film kein Mainstream-Kino Film, sondern läuft im größten Teils in Undercover Kinos, denn Leute die nicht wissen was Graffiti ist und wofür es steht können GANZ LEICHT ein falsches Bild bekommen.

Ich frage mich ernsthaft wieso „Banksy“ diesen Film abgesegnet hat, denn ich habe nicht zwei Jahre meines Lebens Street-Art gemacht um später zu hören, wie einer es benutzt um damit reich zu werden.

Meiner Meinung nach zeigt der Film warum mach NICHT Street-Artler werden soll.
Zum Schluß wird sogar gesagt, dass „Space Invader“ nicht mehr über seinen Cousin reden möchte und Banksy sagt „Ich hab vorher jedem gesagt, geht auf die Straßen und zeichnet. Jetzt werde ich keinem mehr sagen, dass er Graffitis machen soll.“
Meiner Meinungen nach könnt ihr den Film euch ansehen, aber wenn ihr auf Graffiti steht werdet ihr sauer das Kino verlassen. Auch die IMDB Bewertung von 8.3 und der Hype in den Medien ist nicht gerechtfertigt, denn der Film zerstört alles wofür Künstler und Fans sich einsetzten „Ernstnehmen einer Kunstart die auch mal Kontrovers daher kommt.“

PS: Mr. Brainwash ich wünsche dir, dass du all dein Geld verlierst und von RICHTIGEN Streetartlern auf die Fresse bekommst!

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